MS Andante


Begleitung der Polenfahrer bis Fürstenwalde

06.05. – 12.05.201

Donnerstag, d. 06.05.

Treffen mit Jurek auf der Kuna in Potsdam

Am Donnerstag zeigte sich das Wetter sehr verregnet und kalt, so dass wir beschlossen, nicht schon an diesem Abend an Bord zu gehen, sondern einfach mit dem Auto nach Potsdam zu fahren, um Jurek und die KUNA dort zu treffen. Wir machten den alten Eisbrecher dann auch hinter einem Zaun aus. Allerdings hatte der Zaun eine fest verschlossene Tür. Wir hatten Glück, denn Jurek versuchte gerade, jemanden zu finden, der ihm einen Schlüssel für genau diese Tür geben könnte. Niemand mehr anwesend, doch ich fand einen „geheimen Zugang“. Der Zaun war noch nicht völlig fertiggestellt und so schlängelten wir uns irgendwo irgendwie hindurch. Es war ein netter Nachmittag, denn Jurek erzählte von seinem Aufenthalt im Winter in Stettin mit und auf der Kuna und dem Wiedereinsatz seines historischen Flusseisbrechers als Eisbrecher.

Freitag, d. 07.05.

Pohlesee – Insel der Jugend (Treptow)

Wir starteten um 14 Uhr im Pohlesee, fuhren dann in den Teltowkanal und hatten einen Aufenthalt von ca. 20 Minuten vor der Schleuse Klein-Machnow. Mit einem Binnenschiff zusammen konnten wir dann aber zügig die Schleusung hinter uns bringen. Wir hatten uns mit Gisela und Ernst John an der Insel der Jugend in Treptow am 24-Std.-Anleger verabredet, um dann abends zusammen auf dem Clipper, einem Restaurantschiff, zum Essen zu gehen. Unterwegs meldete sich Gisela und teilte mit, dass sie erst später weggekommen waren und ihre Ankunft auf 19.30 schätzten. Wir landeten gegen 17.30 an und beobachteten die freien Plätze vor uns am Anleger der „Gelben Welle“ mit Argwohn. Doch bis zur Ankunft der Acadia blieb alles unbesetzt. Ernst erzählte, dass auch die Mia mit Gisela und Ernst bis zum Hafen Königs-Wusterhausen mitfahren wollte und heute noch bei uns eintreffen würde. Und es war auch so! Als wir wohlgesättigt zum Schiff zurück kamen, lag auch die Mia da, allerdings hatte sie sich neben die Acadia legen müssen, weil doch noch ein weiterer Bootsfahrer angelegt hatte. Es wurde noch ein fröhlicher Abend an Bord der Mia. Die erste Nacht in diesem Jahr auf der Andante war sehr gemütlich, trotz der nicht sehr angenehmen Temperaturen.

Sonnabend, d. 08.05.

Treptow – Hafen Königs-Wusterhausen

Gegen 12.30 brachen wir zum Hafen Königs-Wusterhausen auf, im Konvoi – das erinnerte an die Polentouren. So erreichten wir um 16 Uhr, wie geplant, den vorgegebenen Treffpunkt. Es war ausgesprochen kalt unterwegs, so dass wir zunächst einen heißen Tee tranken, um dann Peter, Heidi und den Hund Jette auf der Aegir zu begrüßen. Sie hatten ein weiteres Schiff aus Bremen an ihrer Seite, deren Besitzer in unserer homepage die Reiseberichte gelesen hatten und nun an der Polentour teilnehmen wollten. Dann großes Hallo als Rosie und Horst Brammertz eintrafen, die wir ebenfalls von der letzten Polentour kennen. Dann erschienen noch Brömmers aus Köpenick, allerdings mit dem Auto und brachten Teun und Sjaan mit, die mit ihrem Schiff Ellen (aus den Niederlanden kommend) in Köpenick notgelandet waren – Motorschaden. Sie hofften auf schnelle Anlieferung eines Ersatzteils, um die Tour doch noch mitmachen zu können.

Auf dem Hafengelände war ein großes Festzelt aufgebaut und nach und nach erschienen feingekleidete Menschen, die uns sehr freundlich und zuvorkommend begrüßten und uns zum abendlichen Empfang einluden. Wir begaben uns dann auch um 19 Uhr ins Zelt, sehr maritim gekleidet, was aber mit freundlichem Lächeln zur Kenntnis genommen wurde. Jurek in seiner feinen Kapitäns-Uniform riss alles wieder heraus. Es wurden Reden auf die drei anwesenden Flusseisbrecher KUNA (gebaut 1884), Anna (gebaut 1911) und die moderne Frankfurt (2001) gehalten. Das Essen war ausgezeichnet, auch Bier, Wein und Sekt wurden gereicht. Alle waren zufrieden und gingen nicht zu spät ins Bett.

Sonntag, d. 09.05.

Hafen Königs-Wusterhausen

Es war noch immer ziemlich kalt, doch Regen war nicht in Sicht. Wir machten mit Gisela zusammen einen Rundgang durch Königs-Wusterhausen, am Schloss entlang und wieder zurück in den Hafen, wo heute anläßlich der Eröffnung der 2. Ausbaustufe für den Hafen Königs-Wusterhausen/Wildau ein Tag des Offenen Hafens stattfand. Der Hafen soll zum Biomasse-Zentrum ausgebaut werden (heißt wohl so viel, dass von hier aus Pellets verschifft werden sollen). KUNA und Anna führten Rundfahrten für die interessierten Hafenbesucher durch.

Um 20 Uhr dann das Treffen auf der KUNA, um den weiteren Verlauf der Fahrt zu besprechen, die Reihenfolge, natürlich KUNA vorn, und dann möglichst aufgereiht nach Größe alle anderen mitfahrenden Sportboote hinterher.

Danach gab es speziell für Ernst einen Sundowner (Cola-Whisky) an Bord der Andante, anschließend wieder einen Plausch auf der Mia.


Montag, d. 10.05.

Königs-Wusterhausen – Fürstenwalde

Der Start nach Fürstenwalde war für 9 Uhr angesetzt, jedoch musste die KUNA zunächst noch zum Tanken fahren (das war wohl eine Spende der Hafengesellschaft). Mia und Acadia verabschiedeten sich schon hier, denn sie wollten direkt zurück nach Spandau schippern. Ankunft für die anderen: Fürstenwalde 14.30 vor der Schleuse. Wir hielten uns ein wenig zurück, um KUNA und zwei größeren Motorschiffen aus den Niederlanden den Vortritt beim Anlegemanöver zu lassen, wie es sich gehört. Plötzlich raste Peter mit der Aegir an uns vorbei, um sich den besten Anlegeplatz zu sichern. Nachdem alle Schiffe fest vertäut waren, konnte ich mir nicht verkneifen, Peter ob seines „seemanschaftlichen“ Verhaltens zur Rede zu stellen. Er war etwas verlegen und meinte, wir hätten nicht richtig reagiert, so dass er die Initiative ergreifen musste. Hm, so ist das also!

Jurek hatte abends zu einem sogenannten Captain’s Dinner geladen. Er hatte dazu gesagt, dass er den Grill anwerfen würde und wir unser mitgebrachtes Grillgut dort auflegen könnten. Nach unserem Gang durch Fürstenwalde und dem entsprechenden Einkauf sahen wir Heidi und Peter auf ihrem eigenen Schiff beim Grillen. Als sie auf dem Weg zur KUNA an uns vorbeikamen, meinte Heidi, sie hätten schon gegessen und außerdem: “Ein Kapitäns-Dinner sieht anders aus.“ Mag ja sein, aber was erwartet man eigentlich bei einem Beitrag von 20 € für fast 3 Wochen Fahrt mit Führung? Niemand kann dafür noch ein großes Essen veranstalten.

Nette Gespräche mit den anderen Mitfahrern ergaben sich für uns an Bord der KUNA und ließen uns den recht unangenehmen Vorfall vergessen.

Dienstag, d. 11.05.

Fürstenwalde – Köpenick

Morgens regnete es schon wieder. Trotzdem gab ich mein Bestes beim Joggen, um frische Frühstücksbrötchen zu holen. Um 9.30 legte die KUNA ab und die anderen fünf Schiffe, die bisher eingetroffen waren, reihten sich ein. Aufgrund des nicht angenehmen Wetters wollten Klaus und ich den Konvoi nicht weiter begleiten, doch einen Stadtrundgang wollten wir uns nicht entgehen lassen. Zwei junge Männer tauchten auf und schauten unsere Andante sehr interessiert und genau an. Einer von ihnen erzählte uns, dass er eine Zeit lang in der Polaris-Werft gearbeitet hatte. Das war aber ab 2001, so dass er unser Schiff nicht mehr kannte. Er war begeistert, als Klaus ihn und seinen Begleiter zu einer Besichtigung einlud.

Auf der Rückfahrt kamen uns Teun und Shaan mit ihrer Ellen entgegen, also war die Reparatur geglückt.

Auf Einladung von Annegret und Reinhard fuhren wir nach Köpenick, um uns an einen Steg direkt vor ihrem Wohnhaus zu legen. Wir wurden sehr freundlich empfangen und mit einem schönen Abendessen belohnt…

Jochen und Renate riefen an und fragten, ob sie nicht am nächsten Tag nach Köpenick kommen könnten, um die Rückfahrt duch die Stadt mitmachen zu können. Es sollte ein einigermaßen schöner Tag werden, der einzige in dieser Woche.

Mittwoch, d. 12.05.

Köpenick – Pohlesee

Unsere Freunde waren mit der S-Bahn durch die ganze Stadt gefahren – von Heiligensee bis Köpenick – und wir wollten sie am S-Bahnhof in Empfang nehmen, was irgendwie total daneben ging. Sie erschienen dann schon vor uns bei Brömmers und freuten sich diebisch – warum eigentlich? Jedenfalls verabschiedeten wir uns alle in Köpenick von unseren netten Gastgebern und nahmen unsere Fahrt durch die Stadt, den Landwehrkanal, Spandau, Wannsee zurück zum Pohlesee bei recht schönem Wetter auf. Unterwegs in Spandau sahen wir Irene und Knut mit ihrem Segler Goodewind, was ein großes Winken auslöste. Der Saison-Anfang war gemacht und wir hatten wieder und immer noch viel Spaß.

Fazit: Es war ein schönes Gefühl auf der Andante und wir haben noch nicht genug von ihr und dem Leben auf ihr. Also haben wir wohl 2009 noch lange nicht die letzte größere Tour unternommen, 2010 bleiben wir in der Umgebung, 2011 wird es wohl wieder etwas länger.