MS Andante


Schwielochsee und Teupitzer See


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10.07. bis 21.07.2008

JochenDa Jochen und Renate zurück in Berlin sind, können sie mit uns auch wieder Bootstouren unternehmen. So schenkten wir Jochen nachträglich zum Geburtstag einen Aufenthalt in der Suite auf der Andante für zwei Personen, Termin nach Wahl. Das Geschenk wurde dankend angenommen. Vor einigen Jahren waren wir gemeinsam unterwegs zum Schwielochsee, doch schon kurz hinter Beeskow wurde uns damals die Weiterfahrt aufgrund von Wassermangel verwehrt. Nun wollten wir diese Fahrt nachholen, zumal Klaus und ich die Tour in guter Erinnerung hatten.

Wir hatten unsere Andante für einige Zeit im BYC zu liegen, da es vorübergehend einen ausreichend großen freien Stand für uns dort gab. So starteten wir bei leichtem Nieselregen am Wannsee und durchquerten die Innenstadt. Es war wieder sehr schön, Berlin vom Schiff aus zu sehen. Wir hatten in der letzten Zeit nicht die Gelegenheit dazu. Bei gutem Wetter sind die Wasserwege der Stadt derartig mit Dampfer-Ausflugsfahrten belegt, dass wir uns den Stress nicht zu oft antun und wenn Eile geboten ist, nehmen wir eher den Teltowkanal. Es war aber eine sehr schöne Fahrt, da der Ausflugsverkehr aufgrund des eher schlechten Wetters nicht übermäßig war. Am späten Nachmittag legten wir dann am Restaurantschiff Skipper in Alt-Treptow nahe der Insel der Jugend an und gönnten uns ein gutes Abendessen.

Natur am WegesrandAm nächsten Morgen schien die Sonne, wie es sich gehört für Ausflügler. Das waren wir unseren Mitfahrern auch schuldig und so erreichten wir Fürstenwalde und machten vor der Schleuse fest. Hier lag ein holländisches Sportboot etwas platzübergreifend. Da der Kapitän aber seine Fender außenbords hatte, legten wir dort nach höflichem Fragen auch an. Wie wir gehört hatten, ist es in den Niederlanden üblich, Fender auszuhängen und damit zu signalisieren, dass ein Anlegen genehm ist. Wir machten uns auf zu einer kleinen Stadtbesichtigung, aber da erreichte uns leider wieder eine Wolke, die sich ausgerechnet über uns ergoss, so dass wir im schmalsten Restaurant der Stadt (das Haus ist nur 3,83 m breit und heisst Zunfthaus 383) einkehrten und sehr vergnügt unser Abendessen einnahmen, zumal man zwangsläufig mit den anderen Gästen ins Gespräch kommt und die Bedienung auch nicht auf den Mund gefallen war. Jedenfalls hatten Jochen und Klaus hübsche Sprüche drauf. Die Rechnung mussten wir trotzdem bezahlen. Zur Andante zurückgekehrt, luden wir die holländischen Nachbarn zu einem “Absacker” ein und obwohl wir nicht holländisch und unsere Gäste kaum deutsch sprachen, wurde es ein unterhaltsamer Abend.

Malerischer SonnenuntergangDer nächste Tag führte uns dann ohne große Unterbechung von Fürstenwalde zum Leißnitzsee, wo wir ankerten. Da das Wetter traumhaft schön war, genossen wir den Abend unter freiem Himmel. Wir hatten genügend Wasser unter dem Kiel. Vorsichtshalber hatte sich Klaus vorher bei der Fahrgastschiffahrt in Goyatz informiert, aber sie berichteten, dass sie problemlos ihre Fahrten durhführen konnten. Am Sonntag landeten wir dann in Goyatz und legten auch wieder an dem Restaurant Hafenterrasse an, wo wir sehr freundlich empfangen wurden. Unsere Männer versprachen uns, an diesem Abend das Kochen zu übernehmen, was so viel hieß, dass Renate und ich zum Essen eingeladen waren. Und die Männer kochten gut! Am Montag traten wir den Rückweg an und landeten im Glower See. Jochen paddelte Renate und mich zum Ufer und so versuchten wir in Glowe einen Laden zu finden. Es gab aber außer Eis nichts zu kaufen. Mit dem sorgfältig in Zeitungspapier eingewickelten Eis begaben wir uns schnellstens zum Ufer zurück und ließen uns wieder zurückrudern. Unser Mitbringsel wurde dankend angenommen.

AndanteVon hier ging es am nächsten Morgen nach Beeskow, wo wir im Spreepark einen schönen Anleger vorfanden. Wir machten uns dann auf zum Stadtbummel und waren sehr überrascht, wie schön es inzwischen hier geworden ist. Wir besichtigten das Museum in der Burg, sind auf den Turm gestiegen, um ins Land zu schauen, haben die Stadtmauer angesehen, haben natürlich Einkäufe für die Bordküche getätigt. Von der Marina aus kann man durch den Lehrpfad wandern und fühlt sich völlig allein mit der Natur. Abends ging es zum Fisch essen an der Spree. Zum Nachtisch wollten wir uns einen Fischergeist, der brennend serviert wird, gönnen. Leider passierte mir ein Missgeschick, als die Serviererin mit dem brennenden Geist an den Tisch kam. Da sie sich von hinten näherte und ich sie nicht bemerkt hatte, stieß ich an das Tablett und sie verbrannte sich die Hand. Das tat mir äußerst leid und wir sagten ihr am Ende, dass es vielleicht ungefährlicher ist, den Schnaps erst am Tisch anzuzünden. Entschuldigung nochmals für meine Ungeschicklichkeit!

Am Mittwoch ging es morgens los, aber der Regen holte uns ein, als wir gerade in Fürstenwalde waren. So machten wir hier erst einmal Rast, da es ziemlich schüttete. Als der Regen erst um ca. 19 Uhr nachließ, blieben wir für die Nacht an der Schleuse. Der Himmel sah grau aus und wir hatten keine Lust auf Weiterfahrt. Also starteten wir am nächsten Morgen Richtung Dolgensee, wo wir vor Anker gingen. Das Wetter hatte sich wieder beruhigt und die Sonne kam hervor. So konnten wir einen schönen Badetag einlegen. Unser Ziel war aber Teupitz am Teupitzer See. Bei schönstem Wetter und fröhlichem Plaudern nahmen Klaus und Jochen unterwegs jedoch wenig Notiz von den Tonnen, die die Fahrrinne anzeigte und so saßen wir dann plötzlich fest. (Ich war unter Deck und wunderte mich über das heftige Brummen des Motors, ohne dass die Landschaft an mir vorüberzog. Männer!) Wir probierten und probierten, vorwärts, rückwärts etc. Die Tonnen nicht weit von uns setzten irgendwie eine höhnische Miene auf: Wir haben eine Funktion, wir liegen hier nicht zum Spaß! Jochen entschloß sich, von Bord zu gehen und das Beiboot klar zu machen. Klaus probierte weiter und plötzlich bewegte sich die Andante. Renate und ich hatten gerade daran gedacht, ins Wasser zu steigen und zu schieben. Zum Glück blieb uns das erspart, der Untergrund war nämlich ziemlich schlammig. So setzten wir unseren Weg fort, nicht ohne Jochen doch wieder an Bord genommen zu haben. Es war eine wunderschöne Fahrt bis Teupitz, wo uns leider eine Enttäuschung bereitet wurde, denn das Schloß ist geschlossen und kein Abendessen, wie von uns erhofft, wurde dort serviert. Wir durchstreiften den Ort, der ja bekanntermaßen nicht sehr groß ist. Als wir dann hörten, dass abends ein Schützenfest stattfinden sollte und die Musiker bereits lautstark probten, strichen wir die Segel und verlegten uns zum Ankern auf den See. Das war auch gut so, denn die herüberwehenden Klänge des abendlichen Festes reichten als Untermalung. Hier genossen wir den wunderschönen Sonnenuntergang, ein abendliches Bad im See und das aus Resten zusammengezauberte Abendessen.

Kleine BastelstundeMorgens machten wir uns recht früh auf den Rückweg, doch nach kurzer Zeit, am Ausgang des Teupitzer Sees streikte der Motor, d. h. die Kühlung versagte den Dienst, was zur Folge hatte, dass der Auspuff schwarze Wolken absonderte. Oh, je, was denn nun schon wieder? Die Lieblingsbeschäftigung der Männer, Motorklappe auf, konzentriert und beschwörend den Motor ansehen, Vermutungen murmeln, Filter säubern, bewirkte nichts. Na, wird wohl doch der Impeller sein. Also auswechseln. Danach zog der Motor aber immer noch kein Wasser. Na, wie dem auch sei, die Männer schwitzten, fluchten leise, aber nach geraumer Zeit ging es eben doch. Unverständnis blieb zurück, aber wir konnten dann endlich die Reise fortsetzen.

So machten wir uns auf den Rückweg, immer aufmerksam die Abgase des Auspuffs und den Kühlwasserausstoß kontrollierend, aber alles blieb im Normbereich. Im Seddinsee blieben wir für die Nacht. Es hatte ziemlich aufgefrischt und wir mussten unsere Position genauestens überprüfen. Es wurde  eine ruhige Nacht. Zum Abend hatte der Wind sich auch weitgehendst beruhigt. Wir fuhren auf dem Rückweg durch den Landwehrkanal, der ja seit dem vergangenen Jahr nur als Einbahnstraße befahrbar ist, was entspanntes Fahren bedeutet. Am Abend legten wir in Potsdam an der Meierei an und trafen Heidi und Dieter zu einem gemütlichen Abendessen. So endete am nächsten Tag der Ausflug in unserem Heimathafen im Pohlesee. Bei Renate und Jochen rief die Pflicht, aber wer hindert uns daran, ein andermal wieder in See zu stechen?

Fazit: Berlins Umgebung lockt doch immer wieder, spontan einen Ausflug zu machen. Man entdeckt ständig etwas Neues. Die Mark Brandenburg ist ein schönes Fleckchen Erde.