MS Andante


Polen 08. bis 31. Mai

Zwar hatten wir uns nach unserer Polentour im Jahre 2007 vorgenommen, vorerst nicht wieder hinzufahren, doch dann erhielten wir das Programm des 10. Skippertreffens der Euroregion „Pro Europa Viadrina“ Berlin – Santok 2008. Zusätzlich wurden wir von Kapitän Hopfer gebeten, doch wieder mitzufahren. Gisela und Ernst John von der Acadia wollten ebenfalls mit dabei sein und so entschlossen wir uns, diesen Teil der Fahrt unter Führung der Kuna noch einmal mit zu machen. Wir wussten ja schon, was uns erwartet und so konnte nichts schief gehen.

Pünktlich zum Abfahrtstag am 8. Mai war das Wetter auch recht schön geworden und so hatten wir unsere Freunde Ardo und Marliese gefragt, ob sie uns nicht bis zum Historischen Hafen begleiten wollten. Sie sagten zu und so drehten wir um 10 Uhr im Pohlesee den Schlüssel um und starteten in die neue Saison. Gebunkert hatten wir am Vortag bereits alles Notwendige, Marliese hatte für unterwegs wunderbaren Kartoffelsalat und Würstchen mitgebracht. Zum Tanken mussten wir aber noch schnell einen Abstecher nach Potsdam machen. Mit randvollem Tank ging es dann los durch den Teltowkanal, aber schon die Schleuse Kleinmachnow zwang uns zu einem fast einstündigen Aufenthalt, denn die Schleusenkammern wurden gereinigt. Um 16.30 erreichten wir den Historischen Hafen. Neben Kuna waren schon einige der mitreisenden Boote eingetroffen. Wir baten am Korsar um Anlegegenehmigung, was uns auch sehr freundlich gewährt wurde. Der Bordhund, die Golden-Retriever-Dame Anja, wedelte erfreut mit dem Schwanz und machte sogleich einen Antrittsbesuch auf der Andante. Wir erfuhren, dass es um 20 Uhr eine Besprechung auf der Kuna geben sollte. So konnten wir mit Ardo und Marliese einen kleinen Landgang machen und sie dann noch zum U-Bahnhof begleiten. Unser Sohn Oliver kam gegen 19 Uhr zusammen mit seinem Freund Timo angeradelt, um sich von uns zu verabschieden. Später erschien auch noch ein weiterer Freund Solon und wir freuten uns, dass wir so nette Wünsche mit auf den Wasserweg bekamen.

Der allgemeine Start erfolgte am nächsten Morgen um 9 Uhr. Der Konvoi bestand hier aus insgesamt zehn Schiffen (Acadia, Andante, Aurora, Elisabeth, Ellen, Korsar, Krabbe, Kuna, Laguna, Melian), drei weitere sollten unterwegs dazu stoßen. Werner von der Aurora hatte uns darauf hingewiesen, dass sich um diese Zeit die Fahrgastschiffe in Treptow von der Anlegestelle lösen würden, um ihren täglichen Dienst zu beginnen und deshalb Vorsicht bei der Durchfahrt der Oberbaumbrücke angesagt wäre. Tatsächlich war dort Gewusel, aber wir schafften es alle ohne Probleme und so lag um 13 Uhr bereits die Schleuse Kersdorf hinter uns und gut gelaunt erreichten wir gegen 16 Uhr Fürstenwalde, wo wir einen Stadtrundgang machten und abends mit Gisela und Ernst John von der Acadia im schmalsten Haus Fürstenwaldes zum Essen einkehrten, was sehr zu empfehlen ist.

Die Kuna startete also am 10.05. morgens um 8.30 Uhr, da sie in Eisenhüttenstadt nicht mehr anlegen wollte bzw. konnte. Es gab zum einen kleine Unstimmigkeiten mit der deutschen Wasserschutzpolizei, denn es fehlte ein ordnungsgemäßer Bootsmann an Bord, außerdem wollte Kapitän Hopfer eine Ausflugsfahrt von Slubice aus unternehmen, denn auch die alte Kuna muss sich noch ein wenig ihren Lebensunterhalt verdienen. Wir anderen Teilnehmer an dem Skippertreffen waren gegen 9.30 bereit zum Aufbruch. Wir passierten die Schleuse Fürstenwalde und bei km 89,5 die Schleuse Kersdorf. Bereits um 14.45 Uhr erreichten wir dann den Milenzhafen in Eisenhüttenstadt, wo wir schon erwartet wurden und uns Liegeplätze zur Verfügung standen. Abends traf das “Kirchenschiff” aus Berlin ein, so dass am nächsten Tag pünktlich um 10 Uhr der Gottesdienst stattfinden konnte. Um auch alle Schäfchen zu erreichen, lief der Pfarrer mit seiner elektronischen Glocke vor die Tür und siehe da, auch die restlichen Schiffsbesatzungen eilten herbei. Jurek Hopfer war hierfür pünktlich auf der Schiene aus Franfurt/Oder eingetroffen. Gisela fragte, ob wir nicht mit dem Zug zum Kloster Neuzelle fahren sollten. Um 13.56 ging es los und schon nach 5 Minuten stiegen wir wieder aus. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite und so genossen wir den Ausflug zu dem interessanten Ort. Vom Kloster aus hat man einen wunderschönen Blick über den Park und das Tal.

Am nächsten Morgen trafen wir uns um 9.40 am Tor, um gemeinsam zum Kanalfest zu gehen. Es gab Musik, natürlich die üblichen Grillstände und dann ein Drachenbootrennen. Unsere Skippertruppe war angemeldet und wurde auch herzlich begrüßt.

Um 9.00 Uhr am Dienstag startete der Konvoi am Milenzhafen. Jurek Hopfer fuhr mit der Melian, denn die Kuna hatte er in Slubice lassen müssen. Pünktlich um 9.30 erfolgte die Schleusung in Eisenhüttenstadt, Höhenunterschied 14 m. Da Polen in der EU ist und mittlerweile dem Schengener Abkommen angehört, braucht man keine Grenzkontrolle mehr zu passieren und schon um 10.30 Uhr fuhren wir auf die Oder. Die Wasserstände waren sehr gut, Fahrrinnentiefe ca. 1.90 m, so dass keine Schwierigkeiten auf der Oder bestanden und es eine ruhige Fahrt durch die schöne Oderlandschaft wurde. Im WSA Slubice (km 584) waren wir dann bereits um 13.00 Uhr nach 32 km zu Tal.

Der Pegel für die Oder zeigte 204 cm, also keine Probleme mit der Wassertiefe. So setzten wir uns am 14.05. von Frankfurt/Slubice aus in Bewegung. An Lebus vorbei ging es im Konvoi, nun wieder die Kuna als Leitschiff, nach Küstrin. Niemand hatte unterwegs Grundberührung. Um 13 Uhr schon kam das Café Kanapé in Sicht und wir machten an der alten Kaimauer fest. Der Bürgermeister ließ es sich auch wie im Vorjahr nicht nehmen, uns abends mit Grillwurst und Bier willkommen zu heißen.

Der Donnerstag führte dann die Besatzungen der Schiffe zur Festung Küstrin, wo uns wieder der freundliche Stadtführer, dem es sehr am Herzen liegt, die Reste der Festung zu erhalten und ansehenswert zu machen, begrüßte. Tatsächlich sind in der Festungsmauer einige Räumlichkeiten wieder hergestellt, die ein kleines Museum beherbergen und auch für kulturelle Zwecke genutzt werden. Man hat das Gefühl, dass die Polen nunmehr ehrlich bemüht sind, sich mit der deutschen Vergangenheit ihres Landes auseinanderzusetzen.

Am nächsten Morgen waren wir pünktlich um 9 Uhr zum Aufbruch nach Landsberg/Gorzow bereit. Die Schiffe reihten sich auf und warteten darauf, dass unsere “Schornsteinschiffe” Kuna voran die Führung und Aurora die Nachhut übernahmen. Bei einem Wasserstand von 1.70 m, viel Sonne und wenig Wind fuhren wir die Warthe aufwärts bis Gorzow/Landsberg. Wir fragten uns, ob wohl diesmal alle Stufen am Anleger trocken wären. Ein paar Tage vorher hatte Jurek noch nicht genau gewusst, ob wir überhaupt dort anlegen könnten, aber das Wasser war inzwischen ausreichend gefallen. Natürlich war uns das Glück nicht hold und die erste Stufe war wieder überflutet. Acadia legte an und gestattete uns, an ihre Seite zu gehen. Das war auch gut so, denn am Tag darauf kündigte sich grummelnd ein heftiges Gewitter an, von dem wir immer noch hofften, dass es vorbeizieht. Aber nein, es wehte plötzlich heftig und schüttete. In diesem Moment sah ich Ernst von der Acadia verzweifelt auf dem Boden hocken und den Poller, an dem wir festgemacht hatten, festhalten. Er rief nach einem Erdanker und einem Vorschlaghammer. Werner von der Aurora hatte offenbar schon Erfahrung mit ähnlichen Situationen und kam mit dem nötigen Material herbeigeeilt. Ich rief Klaus aus der Koje, der dann schnell unseren Anker fallen ließ, was zusätzliche Stabilität geben sollte. Gut, dass Ernst sich nicht zu einer Siesta zurückgezogen und dadurch die Situation rechtzeitig bemerkt hatte. Er war sozusagen unser Retter, handelte sich aber auch eine schmerzhafte Zerrung am Rücken ein. Dafür stand ihm nach überstandener Gefahr als kleiner Trost und großem Dank ein schöner Sundowner zu. Gegen Abend kam ein weiteres Schiff, nämlich die Mia mit Gisela und Arno, dazu, die wir bereits aus dem vergangenen Jahr kannten. Wir hatten in Landsberg einen dreitägigen Aufenthalt und besuchten deshalb das Museum im alten Speicher, das außer Informationen und Fotos zur Geschichte der Stadt auch wechselnde Ausstellungen bietet. Hier sieht man, dass die Stadt während und nach dem Krieg schwierige Zeiten mitgemacht hat, die Bewohner vertrieben wurden und fremde Menschen, die ebenfalls aus ihrer Heimat vertrieben worden waren, sicher nicht freiwillig hierher gekommen waren. Wir fanden ein schönes Restaurant “La Dolce Vita”, für das wir eigentlich nicht entsprechend gekleidet waren. Es fällt auf, dass die Polen, voran natürlich die Frauen, sich sehr ordentlich und attraktiv kleiden und nicht ganz so sehr in Räuberzivil, wie wir es vor allen Dingen tun, wenn wir unterwegs mit dem Schiff sind, erscheinen. Es gab trotzdem ein gutes Essen.

Am 19.05. fuhren morgens Bagger vor dem Anleger vor und versuchten, den Poller wieder an Ort und Stelle zu pflanzen und den Zugang zu dem Restaurantschiff wieder einigermaßen zu glätten, was sich schwierig gestaltete, da durch vorangegangenes Hochwasser und das heftige Gewitter eigentlich alles im Schlamm versank, weshalb sich der Tankwagen, der von Jurek für den heutigen Tag angefordert war, festfuhr. Der Fahrer war dann ziemlich genervt und wäre am liebsten wieder abgezogen, nachdem er durch den Bagger wieder flott war. Der Schlauch war leider zu kurz, um unser Schiff über die Acadia hinweg zu betanken. So mussten wir uns weiter nach vorn verlegen, um direkt am Anleger zu liegen. Da hatte der Fahrer aber auch keine Lust hinzufahren. Um nicht zu dicht ans Ufer zu müssen, wollte er, dass wir die Andante umdrehen, d. h. mit dem Strom anlegen, was uns jdeoch zu heikel erschien. Wir probierten dann doch nochmals mit dem Schlauch über das Deck zu kommen und siehe da, es klappte. Widerwillig wurde die Andante betankt. Danach ging es auch bald nach Santok, wo wir ordentliche Festmachgelegenheiten vorfanden, die wir auch bereits vom Vorjahr kannten. Leider waren die Duschen nicht sauberer geworden, aber besser als nichts.

Wir verbrachten hier die Nacht und fuhren am Donnerstag früh von km 68 – 92 weiter gegenan nach Skwierzyna/Schwerin zum gut ausgebauten, komfortablen Anleger des Hotels “Dom nad Rzeka”. Ein freundlicher Empfang wurde uns am nächsten Tag im Rathaus vom Bürgermeister bereitet und uns wurden die Projekte, die man mit Hilfe der EU zu verwirklichen hofft, vorgestellt. Allem voran fehlt die Kanalisation, was natürlich Grundvoraussetzung dafür ist, dass sich Firmen hier ansiedeln, die Arbeitsplätze schaffen. Ein Bus stand um 13 Ihr bereit und fuhr uns zum Ostwall, der am Ende des 2. Weltkrieges die sowjetische Armee daran hindern sollte, bis Berlin vorzudringen, was, wie wir alle wissen, nicht gelungen ist. Eine Stunde lang wurden wir durch die Anlage, d. h. es handelt sich natürlich nur um einen kleinen Teil, geführt. Es war eine sehr beeindruckende Erfahrung und es kamen unangenehme Erinnerungen auf. Der Wall war auf eine Länge von 110 km geplant und liegt 36 m unter der Erde. Er zieht sich zwischen Oder und Warthe dahin. Eine kleine Ausstellung ist ebenfalls am Eingang zu besichtigen. Nach unserer Rückkehr waren wir schon in Eile, denn es gab am Hotel Tanzvorführungen von Kinder- und Jugengruppen aus Skwierzyna. Sie brachten sehr gute Leistungen und waren so bei der Sache, dass man sie einfach alle lieb haben musste.

Um 18 Uhr gab es wieder ein unglaublich reichhaltiges Essen: Suppe, Bigos, Wurst, Wildschwein im Teig, Fleisch und Wurstplatten. Und dazwischen musste man wirklich einen “Magenwodka” trinken. Ehrlich gesagt, Klaus und ich haben nur einen Bruchteil probieren können. Ein Ziehharmonikaspieler machte Musik und dann wurde auch noch zum Tanz gebeten. Ein gelungener Abend, der sich auch etwas länger hinzog.

Der Fronleichnamstag wurde dann ruhig mit einigen Reinigungsarbeiten an Bord und dem Lesen der mitgebrachten Bücher verbracht.

Die Abfahrt nach Santok am Freitag war für 16 Uhr angesetzt, doch sie verzögerte sich, weil das Fernsehteam, das unseren Aufbruch filmen wollte, nicht rechtzeitig erschien. Die 24 km mit dem Strom waren aber in relativ kurzer Zeit geschafft. Henk und Ge Bos aus den Niederlanden, die wir von der Fahrt 2007 kannten und über e-mail über unsere Polen-Reise informiert hatten, lagen bereits erwartungsvoll mit ihrer Marjell am Anleger. Wir freuten uns, dass sie sich zu uns gesellten. Am Sonnabend waren wir zum Besuch des Heimat-Museums eingeladen, welches sehr liebevoll und sorgfältig gestaltet ist. Der Spaziergang zum Turm musste bei dem schönen Wetter auch sein und wir hatten einen schönen Blick über die Warthe und den Abzweig der Netze. Von hier oben kann man erahnen, wo die alte Burg einmal zu finden war, die man uns im Museum im Modell gezeigt hatte. Danach ging es mit dem Bus zu einem Botanischen Garten, d. h. einem Arboretum. Es handelt sich dabei um ein altes Gutshaus in Prillwitz, benannt nach dem Eigentümer des Hauses und des wunderschönen Parks. Das Gutshaus ist restauriert und der Park nach alten Vorbildern gestaltet. Man steht unter den herrlichen uralten Bäumen und freut sich, dass es doch Menschen mit viel Engagement gibt, die das ererbte Kulturgut erhalten.

Abends gab es auf dem Festplatz ein Grillfest. Die Musiker, die wir vom letzten Jahr bereits kannten, waren wieder da und mittels Beamer sahen wir Bilder und Filme aus den 10 Jahren Skippertreffen. Mit einem Gottesdienst am Sonntag, zu dem der Schiffspfarrer angereist war, endete die offizielle Tour. Die Lokietek legte danach Richtung Bromberg ab und einige der Skipper schlossen sich an: Marjelka, Mia und Elisabeth. Dann brachen Korsar, Krabbe, Ellen, Laguna und Melian auf nach Küstrin und die Kuna fuhr in ihren Heimathafen Gorzow.

Acadia, Kud und Andante machten sich einen ruhigen Tag, folgten aber dann am Montag nach Küstrin, wo es mit den dort vor uns angekommenen Skippern ein Grillfest gab, nachdem jeder noch im Supermarkt in Küstrin eingekauft hatte, um die letzten Sloty auszugeben. Die Laguna war aus Zeitmangel schon weitergefahren und die Besazuungsmitglieder teilten telefonisch mit, dass sie irgendwo auf der Oder für die Nacht ankern, da die Ostoder-Schleuse Hohensaaten kaputt ist und sie demzufolge bis zur Schwedter Querfahrt weiter müssen und dann auf der Friedrichsthaler Wasserstraße zurück, um durch die Westschleuse zu fahren. Oh je, das stand uns dann ja auch bevor. So fuhren wir am nächsten Morgen im Konvoi mal wieder auf die Oder und beschlossen, an der Schleuse Hohensaaten die kommende Nacht zu verbringen. Die Angestellten des WSA waren auch sehr freundlich und gestatteten uns die Übernachtung am Anleger im Vorhafen. Korsar und Acadia wollten Richtung Stettin, um noch einen Törn rund Wollin zu machen und danach am Stettiner Hafenfest teilzunehmen, zu dem auch die Kuna erwartet wurde. Melian, Ellen, Krabbe und Andante traten den Heimweg über die Schwedter Querfahrt und die Friedrichsthaler Wasserstraße an. Die Krabbe bog in Schwedt ab, um dort die Nacht zu verbringen. In Hohensaaten angekommen, öffnete sich die Schleuse dank der Funktechnik von Ellen sogleich und wir ließen uns nach der Schleusung zur Nacht am Warteplatz nieder. Klaus und ich wollten unsere Vorräte noch auffüllen, konnten in Hohensaaten aber kein Geschäft finden, das uns ein paar Lebensmittel verkauft. Man erzählte uns, dass lediglich zweimal pro Woche ein Verkaufswagen vorbeikommt, aber heute nun ausgerechnet nicht.

Die verbliebenen drei Schiffe trennten sich hier, denn früh am Morgen starteten Melian und Ellen, weil sie über die Müritz Richtung Niederlande weiterfahren wollten. Wir hatten es nicht allzu eilig, weshalb wir noch in Oderberg anlegten, um dort einzukaufen. Als wir am Schiffshebewerk ankamen, zeigten die Ampeln grün. Ohne Aufenthalt konnten wir einfahren. Um 15.30 waren wir bereits im Werbellinsee, wo wir zunächst die Andante einer gründlichen Wäsche mit dem sauberen Wasser des herrlichen Sees unterzogen. Nun strahlte unser Schiff wieder, nachdem wir es von Blütenstaub, Staub und Vogelkot befreit hatten. Zur Belohnung gab es für uns ein kurzes Bad in dem 15° warmen bzw. eher kalten Wasser mit einer schönen warmen Dusche im Anschluß. Es wurde ein gemütlicher Abend mit Blick in den Sternenhimmel und Sinnieren über die vergangenen drei Wochen.

Mit dem üblichen Ritual, Schwimmen, Duschen, Frühstücken, begann der vorletzte Tag. Wir hatten uns ausgerechnet, dass wir, wenn wir gegen 12.30 Uhr starten würden, eigentlich ohne lange Wartezeiten durch die Schleuse Lehnitz kommen müssten. Und es klappte. Als wir ankamen, sahen wir von weitem, dass die Schleuse geöffnet war und einige Sportboote einfuhren. Wir gaben Gas, weil wir befürchteten, dass der Schleusenmeister uns nicht sehen würde. Als wir aber angeprescht kamen, schallte es zu uns herunter: “Langsam, langsam!” Ertappt! Wir bedankten uns dann auch bei der Ausfahrt für sein Verständnis. So waren wir bereits um 16.00 Uhr geschleust und landeten um 17.45 im Niederneuendorfer See. Klaus hatte das Beiboot aufgeblasen und konnte Renate vom Ufer zu einem netten Abendessen abholen. Am nächsten und letzten Tag unserer Polentour saßen wir dann zum Frühstück in Renates Garten. Um 13 Uhr ging es weiter zur letzten Etappe dieser Fahrt und auch diesmal war uns das Glück hold, die Schleuse Spandau zeigte grün, und wir konnten ohne aufzustoppen einfahren. Am Spandauer Gemünd empfing uns nach den ruhigen Wasserstraßen ein “erhöhtes Verkehrsaufkommen”, aber bald erreichten wir wohlbehalten unseren Heimathafen am Pohlesee.

Fazit: Die Kuna hat uns den größten Teil dieser Tour wieder mit viel Engagement begleitet. Wir wurden überall sehr freundlich und aufgeschlossen empfangen, so dass man das Gefühl hat, dass sich in den nächsten Jahren viel verändern wird. Die Annäherung zwischen Polen und Deutschland ist offenbar in vollem Gange.