MS Andante


Templin und Neustrelitz 12.09. – 21.09.

Pohlesee – Liebenwalde

Mittwoch, d. 12.09.2007

Nachdem wir seit der Polentour mit dem Schiff nur einige kleinere Ausflüge im näheren Umkreis unternommen hatten, wollten wir doch noch ein bis zwei Wochen mit der Andante unterwegs sein, denn sehr warm war es nun ja nicht mehr und der Herbst kam schon sichtlich näher. Am UferWir zogen also am Mittwoch, d. 12.9. um ca. 13 Uhr im Pohlesee los. Kaiser Wilhelm grüßte freundlich vom Grunewald-Turm herunter und wir tranken einen Saft auf sein Wohl. An der Spandauer Schleuse gab es kaum Aufenthalt, denn in der Wochenmitte und dann im September, Ferien lange vorbei, kann man sich auf schnelle Schleusung verlassen. Über Tegel, Niederneuendorf erreichten wir dann um 17.30 die Schleuse Lehnitzsee, wo wir dann auch schon um 18.00 geschleust wurden. Um 20 Uhr waren wir bereits an der Schleuse Liebenwalde und beendeten hier unsere heutige Fahrt. Es gab Essen im Kerzenschein, aber es wurde dann schnell empfindlich kühl, so verzogen wir uns gegen 22.00 in die Koje.

Liebenwalde – Kuhwallsee

Donnerstag, d. 13.09.2007

Morgens ist es doch noch recht kühl, 12° draußen, 14° im Innern des Schiffes. Da zögern wir das Aufstehen hinaus bis 8.30 Uhr und genehmigen uns ein gemütliches Frühstück. Schwalben am MorgenEs beginnt eine wunderschöne Fahrt, vorbei an Zehdenick, durch die Uckermark. Die Schleusen passieren wir problemlos ohne viel Warterei. Um 16.30 ankern wir im Großen Kuhwallsee und genießen die Ruhe bei Espresso und einem Stück Kuchen. Bis hierher waren wir bei unseren Reisen in den Jahren davor schon immer gekommen, aber morgen werden wir zum ersten Mal die neue Schleuse nach Templin benutzen. Zum Abendessen gibt es Nudeln mit einer schönen Soße. Die Vorräte müssen minimiert werden und so haben wir uns nicht sonderlich neu eingedeckt, denn unterwegs gibt es überall frische Lebensmittel.

Kuhwallsee – Templin

Freitag, d. 14.09.2007

TemplinHeute geht es durch die Schleuse Kannenburg, die noch nach alter Manier mit Hand betrieben wird. Vor die schrägen Wände sind Holzstämme in den Boden gerammt worden, so dass es auch für Schiffe von der Größenordnung der Andante einfach ist, festzumachen. Ein freundlicher Schleusenwärter begrüßt uns, als Dank freut er sich über ein Bier aus unserer Bilge für den Feierabend. Wir fahren durch wunderschöne Seen bis zur neugebauten automatischen Schleuse Templin, die einfach zu bedienen geht. Danach befahren wir noch die dahinter liegende Seenkette, kehren aber nicht zu spät zurück zum Stadthafen, denn wie wir von weitem sehen, füllt sich der Hafen allmählich. Auf dem WegWir besichtigen die Stadt, deren Stadtmauer noch vollständig erhalten ist. Eine schöne, saubere, kleine Stadt zeigt sich uns von ihrer besten Seite. Auch die Draisinenstation finden wir nach einigem Suchen. Leider kein Betrieb mehr, wahrscheinlich sind zu wenige Touristen aufgrund des etwas unbeständigen Wetters unterwegs. Der freundliche Hafenmeister empfiehlt uns zum Abendessen das „Shanty“ in Hafennähe. Leider ist es hier überfüllt und wir weichen aus ins Hotel Eicheneck.

Templin

Sonnabend, d. 15.09.2007

Nachdem einige Leute von der Therme in Templin erzählt hatten, machen wir uns auf, um sie zu besuchen, aber wir werden dort nicht saunieren. Unterwegs sammelten wir Äpfel, die wir dann auch gleich wieder an die Pferde auf der Koppel verfütterten. Diese waren sehr dankbar. Abends gab es ein Wildschweinessen im Stadthafen, zu dem wir uns angemeldet hatten. Ein ziemlich heftiger Wind hatte tagsüber gewütet, ließ aber gegen Abend langsam nach.

Stadtmauer in TemplinNeue Schleuse Templin

 

 

 

Templin – Priepert

Sonntag, d. 16.09.2007

Schleuse KannenburgGegen 10.30 starteten wir Richtung Neustrelitz, denn bis hierher waren wir auf unseren Fahrten Richtung Müritz nie gekommen. Es dauerte dann doch länger als wir gedacht hatten. Wir hatten wohl den Zeitverlust durch die vielen Schleusen unterschätzt. Gegen 19 Uhr steuerten wir dann den Yachthafen von Priepert an. Hier gab es auch noch ein Plätzchen für uns. Da wir leider kein Restaurant fanden, durchsuchten wir die Pantry und irgendetwas findet man da ja immer.

Priepert – Neustrelitz

Montag, d. 17.09.2007

Anleger NeustrelitzHeute können wir sogar noch im Sonnenschein an Deck frühstücken. Danach besichtigen wir noch den kleinen Ort Priepert. Das einzig Hervorstechende ist die alte Kirche, die jedoch erst noch fertig saniert werden muss. Eine schöne Fahrt im Sonnenschein durch recht einsame Seen bringt uns dann um 14.15 zum Stadthafen Neustrelitz. Wir sind begeistert von dem schönen Anleger und machen uns gleich auf in die Stadt. Marktplatz NeustrelitzAm Marktplatz sitzen wir im Café und lassen es uns gut gehen. Danach geht es weiter durch den Schlosspark. Das Schloss muss noch saniert werden, die Schlosskirche ist inzwischen wieder hergerichtet und dient als Ausstellungsraum. Auch der Park sieht noch etwas wild aus, was aber dem wunderbaren Blick auf den See keinen Abbruch tut. Abends im Sonnenuntergang sitzen wir im Garten des Restaurants „Insel Helgoland“, wo das Essen nicht unbedingt empfehlenswert ist, aber der Sonnenuntergang über dem See entschädigt uns auch für die langsam einsetzende Kühle.

Neustrelitz – Menowsee

Dienstag, d. 18.09.2007

MenowseeEs regnet nachts, es regnet morgens. Nachdem mittags der Regen nachlässt, machen wir uns auf den Weg. Der See hat so einige Untiefen, deshalb ist es ratsam, sich genau an die Betonnung zu halten. Wie vorausgeahnt, fängt es in der Schleuse wieder heftig an zu regnen. Im Menowsee werfen wir dann Anker, nachdem inzwischen doch noch die Sonne herausgekommen ist. Abends wird es ziemlich kühl, nachts zeigt das Thermometer knapp 5° an. Da muss man sich wirklich ordentlich zudecken.

Menowsee – Zehdenick

Mittwoch, d. 19.09.2007

Warten auf die SchleuseDie Sonne scheint, aber draußen frühstücken ist doch nicht angesagt. Ich stecke einmal die Füße ins Wasser, weil ich mir vorgenommen hatte, doch wenigsten einmal schwimmen zu gehen auf dieser Fahrt. Aber nach diesem Test nehme ich Abstand von meinem Vorhaben. Gegen 11 Uhr starten wir. An den Schleusen herrscht ziemlicher Betrieb, überwiegend Charterschiffe. Hafen ZehdenickEin kleines Boot mit zwei jungen Männern an Bord (Survival-Team) fährt vor uns her und betätigt für uns freundlicherweise die Selbstbedienungsschleusen, so dass wir fast immer einfahren können ohne erst anlegen zu müssen. Irgendwo unterwegs kurz vor Zehdenick streben sie ein Übernachtungsplätzchen im Schilf an. Wir machen um 18.30 im Yachthafen Zehdenick fest. Inzwischen ist es recht kalt geworden. Kurze Zeit später erscheint auch das „Survival-Team“ und sucht einen Platz für die Nacht im Hafen. Im Schilf war es wohl zu ungemütlich,

Zehdenick – Liebenwalde

Donnerstag, d. 20.09.2007

Fußweg nach LiebenwaldeNoch ein Spaziergang durch Zehdenick, um zu sehen, ob sich seit unserem letzten Aufenthalt hier etwas verändert hat.
Wir haben uns vorgenommen, heute bis zum Anleger hinter der Schleuse Liebenwalde zu fahren, dies ist nicht all zu weit. Dort kann man gut übernachten und schafft am nächsten Morgen die Schleuse Lehnitz, wenn man rechtzeitig aufbricht und vor den polnischen Binnenschiffern ankommt. Die Fahrt verläuft zügig und nachmittags schon machen wir uns auf in die Stadt Liebenwalde. Das sind ca. 3 km Fußmarsch. Auch diese Stadt putzt sich langsam heraus und macht einiges für Fahrradtouristen. Es gibt ein kleines Heimatmuseum anzuschauen.

Liebenwalde – Pohlesee

Freitag, d. 21.09.2007

Schleuse SpandauMorgens um 9 Uhr geht es ab Richtung Schleuse Lehnitz und wie erwartet, dauert es weniger als 30 Minuten bis zur Schleusung, so dass wir am Mittag in Spandau sind, an der Schleuse die Mia (die mit uns den größten Teil der Polenreise gemacht hat) an der Barbarossa festgemacht sehen, aber niemand lässt sich blicken. Vielleicht sind alle ausgeflogen zum Einkaufen. Nachmittags legen wir am Hafen im Pohlesee an und fahren auch, nachdem wir die Andante aufgeklart haben, nach Hause.

Fazit:

Templin und Neustrelitz sind lohnenswerte Ziele. Es tut sich einiges für die Bootsfahrer. Der September hat natürlich nicht mehr so warme Tage, aber dafür ist es ruhig auf dem Wasser.