MS Andante


8. Woche


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Landsberg/Gorzow

Sonntag, 01.07.07

Der Tag beginnt mit schönem Wetter und wir machen weitere Spaziergänge, über die neue Oderbrücke, die heute eingeweiht werden soll und wieder auf der alten Eisenbahnbrücke zurück. Feuerwerk soll es abends zur Feier des Tages auch noch geben. Arno verkündet, dass er dann morgen bis Hohensaaten fahren würde, worüber sich Ernst gar nicht freut, denn das sind ca. 100 km und das in einem Stück erscheint uns wirklich zu viel. Da sagt Ernst, wir könnten ja schon heute allein bis Küstrin fahren und dann morgen hinter Arno die Oder abwärts. Das hört sich doch gut an. Landsberg/GorzowDann aber wird doch nichts daraus, da Gisela Templiner ebenfalls gegen eine derartige Mammuttour ist, die sie selbst auch noch nicht gemacht haben. Also hierbleiben und sich die Festtagsmusik anhören, die neben unserem Schiffsanleger läuft. Das Land Brandenburg ist vertreten, das Theaterschiff aus Potsdam Alte Fahrt liegt auch da. Also nochmals Eis essen gehen und dann zurück zu dem Krach. Abends um 20 Uhr wird die Brücke eingeweiht. Massenhaft Menschen befinden sich dort und da wir der polnischen Sprache nicht mächtig sind und nichts verstehen, bleiben wir an Bord und harren der Dinge, die da kommen sollen, nämlich dem Feuerwerk. Es tut sich aber erst mal nichts. Ernst und Klaus gehen dann doch zur Brücke und weiter zur Kuna, die vorher einige Male hupend vorbeigefahren ist. Es sind viele Menschen unterwegs und unsere Schiffe sind für die Gäste sehr interessant, jedenfalls werden sie besichtigt, da passiert es auch schon mal, dass fremde Personen an Deck erscheinen, um sich fotografieren zu lassen. Deshalb bleibe ich auch an Bord und das ist gut so. Einige Jugendliche sitzen auf der Erde vor der Andante. Als ich bemerke, dass das Schiff geschaukelt wird, sehe ich nach und stelle fest, dass der Erdanker herausgerissen worden ist. Ich bemühe mich redlich, ihn wieder einzudrehen und die Jugendlichen amüsieren sich. Darüber bin ich auch nicht begeistert. Erst als Klaus und Ernst wieder erscheinen, verschwinden sie.

Landsberg – Küstrin

Montag, 02.07.07

Morgens soll die Reise um ca. 9.30 weitergehen, aber Arno verkündet, dass er erst einmal nach Schwerin (Swierzyna)(Warta) fahren will, um sich ein neues Beiboot anzusehen. Oh, das kann dauern! So beschließen wir, zu dritt schon mal nach Küstrin zu fahren. Bei KüstrinAlso machen wir gegen 10.30 die Leinen los. Alles läuft prima, nur streikt unser Motor nach ein paar Kilometern mal wieder. Anker werfen und einen Notruf an den vor uns fahrenden Ernst absetzen. Er kommt auch gleich zurück, legt die Acadia an unsere Seite und die Männer sitzen wieder mal im Motorraum. Nach einer Weile läuft der Motor, offenbar hat er keinen Sprit gekriegt, d. h. es ist Dreck im Diesel o. ä. Wir fahren weiter und erreichen ohne weitere Probleme gegen 15.30 Uhr Küstrin. Christian liegt mit seiner Lady bereits am Steg bei Brigitte und Andrej. Dort gibt es zur Belohnung ein Eis und dann später ein frisches Bier. Essen hat die Wirtin heute nicht anzubieten. Na ja, wir finden wohl noch etwas in der Pantry. Wir telefonieren mit Arno und Gisela, die erzählen, dass sie bereits zu uns unterwegs sind. Gegen 19.30 kommen sie an und zeigen stolz ihr neues Beiboot. Das alte war ja bekanntlich einem Auffahrunfall von Peter und Heidi vor der Schleuse Bromberg zum Opfer gefallen. Arno gibt noch ein Bier auf seine neue Errungenschaft aus. Wir beschließen, um 9.30 am nächsten Morgen über die Oder weiterzufahren.

Küstrin – Oderberg

Dienstag, 03.07.07

Morgens fängt Klaus an, den Dieselfilter auszubauen, um ihn zu wechseln, was wohl sicherer erscheint. Er schafft es nicht alleine, aber Ernst ist wie immer sehr hilfsbereit. So können wir dann um ca. 10.15 Uhr auf die Fahrt nach Hohensaaten bzw. Auf der OderOderberg gehen. Wir sind ein wenig gespannt, wie es sich auf der Oder fährt. Oliver hatte noch die Wasserstände durchgegeben: 111 cm Wartamündung bis Hohensaaten, aber in Eisenhüttenstadt und Frankfurt fallender Pegel. Also gut, dass wir uns auf den Weg machen. So fahren wir, geführt von Arno, streng den Zeichen am Ufer und der Betonnung nach. So gegen 14.30 Uhr können wir unsere Ausweise abgeben und fahren dann in die Schleuse ein. Arno und Gisela haben sich vorher verabschiedet. Sie wollen weiter auf der Oder über Stettin nach Usedom. Danach geht es für die drei verbliebenen Schiffe ohne Halt durch bis zur Marina Oderberg, wo wir erwartet werden, weil Klaus uns telefonisch angemeldet hatte. Gisela und ich gehen wie immer gleich erst einmal unter die Dusche. Danach gibt es ein Abendessen im Restaurant, was sehr gut und reichlich ausfällt. Und noch einen Verdauer, die letzte Birne aus unserer Pantry muss herhalten. Auch diese Flasche kann entsorgt werden. Nun ist unser Heimathafen nicht mehr weit.

Oderberg bis Schleuse Liebenwalde

Mittwoch, 04.07.07

Schiffshebewerk Niederfinow, TalseiteWir brechen gegen 10 Uhr auf und wollen bis vor die Schleuse Liebenwalde zum Übernachten, um dann am nächsten Tag nicht zu spät an der Schleuse Lehnitz zu sein. Dort gibt es normalerweise lange Wartezeiten. Die Wartezeit vor Niederfinow hält sich in Grenzen und wir schweben gemütlich 36 m in die Höhe. Leider hat es inzwischen zu regnen angefangen und der Kanal liegt grau und endlos vor uns. Vor uns fährt ein anderes Sportboot, dem wir dann auf den Fersen bleiben. Anders als in Polen begegnen uns hier viele Frachtkähne mit polnischer Flagge. Um Eberswalde herum sind einige Baustellen, da der Kanal ausgebaut werden soll und ein weiteres Schiffshebewerk entstehen wird. Da heißt es verdammt gut aufpassen. Da wir vom inneren Steuerstand fahren, muss ich doch ab und zu nach draußen, wenn man die Situation in dem diffusen Licht nicht mehr so gut überblickt. Da bin ich schon mal klitschnass, aber macht nichts. Endlich kommen wir an den Abzweig Richtung Liebenwalde und wir fahren glatt vorbei, weil wir schon die Schleuse Lehnitz vor unserem geistigen Augen haben und der Heimathafen lockt. Aber schnell mal umdrehen und zum vereinbarten Liegeplatz. Was sollen wir essen? Ein paar Reste, alles in eine Pfanne – das geht schon mal. Morgen ist wieder alles anders. Christian legt noch mal seine Lieblings-CD auf und lässt die Musik über die Landschaft schallen.

Liebenwalde – Pohlesee

Donnerstag, 05.07.07

Natürlich werde ich früh wach und stehe dann auch bald auf. Schließlich soll es ja nach Hause gehen. Pünktlich um 9 Uhr kommt Ernst strahlend an und sagt, dass er bereit ist zum Aufbruch. Er wollte uns mit seinem frühen Aufstehen am letzten Tag überraschen, was ihm auch gelingt. Die Acadia auf der OderChristian ist auch bereit und es kann losgehen. Schnell noch Abschied nehmen, denn dazu bleibt uns unterwegs nicht mehr viel Zeit. In knapp einer Stunde sind wir an der Schleuse Lehnitz und als wir kaum mit dem Anlegen fertig sind, kommt auch schon die grüne Lampe und fordert zur Einfahrt auf. Glück gehabt! Hier gibt es manchmal verdammt lange Wartezeiten, aber Gisela wusste, dass man vormittags hier schneller durchkommt und sie hat recht. Das klappt gut und weiter geht es Richtung Tegel und Spandau. Vor uns Christian und Johns, die in Eiswerder in ihren Liegeplatz einbiegen. Christian wird dort auch bleiben für diese Nacht, denn es gibt eine Gästehütte, die er gern nutzen möchte. Wir tuckern weiter zur Schleuse Spandau und auch hier klappt es gut. Ein kurzer Anruf bei Burkard und Gisela, die dann auch wirklich am Pohlesee stehen und uns die Enden, wie versprochen, angeben. Darüber freuen wir uns sehr. Schon fangen wir an, unsere Erlebnisse zu erzählen, aber wir räumen doch noch schnell ein paar Sachen zusammen und dann geht es nach Hause. Das war ein schöner Empfang und wir sind zufrieden, dass alles in allem die Reise gut verlaufen ist. Um 16.30 setzen Gisela und Burkard uns zu Hause in Wilmersdorf ab.

Fazit:

Knapp acht Wochen waren wir unterwegs, davon fast sieben Wochen in Polen. Wir haben sehr nette, hilfsbereite Menschen getroffen und gegenseitige Vorurteile abgebaut. Leider jedoch sind die Wasserstraßen Polens noch nicht genügend ausgebaut. Es gibt kein Kartenmaterial, das Untiefen anzeigt und evtl. Anleger, die aber auch kaum vorhanden sind. Man muss sehr viel improvisieren. Es ist uns lediglich einmal geglückt, ein wenig Wäsche zu waschen, aber auch nur, weil ein freundlicher privater Mensch uns seine Maschine zur Verfügung gestellt hat. Restaurants sind unterwegs Mangelware. Es war trotzdem eine sehr interessante, spannende Fahrt, die man allerdings nur machen kann, wenn man genügend Zeit hat, weil man sich nach den Wasserständen, die unvorhersehbar sind, richten muss. Es wird versprochen, dass Yachthäfen gebaut werden, aber die Flüsse und Kanäle müssen gepflegt werden, damit man dort auch ankommt. Die geführten Touren mit Kapitän Jurek Hopfer und Kapitän Gregor Nadolny waren sehr hilfreich. Man kann sich den beiden durchaus anvertrauen. Allein jedenfalls sollte man diese Tour nicht unternehmen, denn es sind einfach zu wenige Boote unterwegs und falls man Hilfe braucht, ist man doch ganz schön allein.