MS Andante


6. Woche


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Kruszwica – Ende des Goplosee

Sonntag, 17.06.07

Um 9 Uhr wollen wir weiterziehen. Für die Übernachtung zahlen wir incl. Strom und Wasser 100 Zl für alle (ca. 26 €)für zwei Tage. Die Leute sind wirklich äußerst nett und hilfsbereit und winken noch lange hinter uns her.

Auf dem Goplosee

Es geht den wirklich schönen Goplosee entlang bis fast zum Ende, wo Ernst ans Ufer fährt und dort noch sein Unterwasserschiff von Muscheln befreit.

Dann ankern wir in einer hoffentlich ruhigen Bucht, denn der Wind ist recht boeig. Wir haben heute tatsächlich einige Schiffe unterwegs getroffen. Christian liegt etwas weiter weg am eigenen Anker, Acadia hat sich an unsere Seite gelegt. Klaus schwimmt hinüber zur Lady und hängt mindestens 30 Minuten im Wasser, um sich mit Christian zu unterhalten. Dann schwimme auch ich hinüber, um ihn abzuholen. Ich schaffe es mühsam, mich an der selbst gebastelten Leiter hochzuhangeln, verschwinde aber gleich wieder ins Wasser und Richtung Andante. Gegen Abend schwimmt Christian zum Ufer und kommt dann zu uns zu einem Plausch. Er ist recht angeheitert und ruht sich erst einmal bei uns aus, wobei er lautstark erzählt. Hoffentlich schafft er es in sein Boot, aber alles klappt. Nach dem Abendessen kommen Johns herüber zu einer kleinen Besprechung.

Goplosee – Konin

Montag, 18.06.07

Um 9.30 lichten wir den Anker und weiter geht es durch den Kanal und zwei weitere Schleusen. Danach gibt es eine Kette von Seen, auf denen richtig Bootsverkehr ist. Zahlreiche Häfen und Bootsclubs sind am Ufer, die teilweise recht ordentliche Anleger haben. Pegel auf der WartaWir wollen bis vor die letzte Schleuse vor der Warta, weil es dort an einer alten Kaimauer Festmacher geben soll. Dort wollen wir übernachten und dann am nächsten Morgen weiter auf der Warta Richtung Posen. Der Schleusenwärter öffnet bereits das Tor, aber wir legen an, doch er sagt, hinter der Schleuse an seinem Haus wäre ein Schwimmsteg, an dem es sich besser liegt. Na gut, dann eben doch noch durchschleusen. Mit Schrecken sehen wir an der Anzeigetafel, dass der Wasserstand auf der Warta nur 80 cm beträgt. Auf unserem Spaziergang finden wir eine Kirche und Lidl. Alles andere sind Neubauten, DDR-Stil, Restaurants finden wir in der Nähe nicht. So kaufen wir bei Lidl ein und müssen auch heute selber kochen.

Etwas ratlos sind wir wegen des Wasserstandes. Der Schleusenwärter will mit anderen Kollegen zusammen eine Welle losschicken, damit wir 20 cm mehr Wasser haben, dann kämen wir weiter. Wie das geht, wissen wir nicht, hoffen aber, dass es klappt. Klaus ruft Arno an, in der Hoffnung, von ihm zu erfahren, wie es mit dem Wasserstand auf der Netze aussieht. Aber er liegt mit der Mia bereits seit einer Woche an der Schleuse Czersko Polskie an der Weichsel fest, weil diese kaputt ist. Die Reparatur kann noch eine Woche dauern. Na, denn!! Noch einmal ein Spaziergang zu Lidl, mehr gibt es hier nicht zu sehen in Konin.

Konin

Dienstag, 19.06.07

Von mehr Wasser keine Spur. Also noch einen Tag aushalten. Klaus, Gisela und ich wollen in die Altstadt, von der wir eigentlich auch nicht wissen, wo sie sich befindet.

So fahren wir erst einmal ein Stück mit dem Bus und laufen dann immer der Richtung nach, von der wir annehmen, dass sie dort ist. Bei der Hitze ziemlich schweißtreibend. Wir laufen durch öde Neubaugebiete und erreichen dann die Brücke über die Warta. Von oben kann man eigentlich nicht erkennen, ob sie ausreichend Wasser führt oder eher nicht. Die Strömung ist hier allerdings recht heftig. Die Altstadt hat einen ganz schön hergerichteten Platz, dort gibt es auch ein Hotel mit Restaurant. Ein Internetcafé, wo wir uns über die Wasserstände informieren können, finden wir nicht. Warten auf das WasserZwei junge kichernde Mädchen mit ausreichenden Englischkenntnissen, die wir danach fragen, kennen auch keines. Es gibt zwei schöne alte Kirchen und die Häuser aus dem 19. Jh sind teilweise wieder saniert. Wir laufen zurück, nehmen dann einen Bus und steigen am „Dom Kultury“ aus, an einem Platz, der so eine Art Zentrum der Neustadt zu sein scheint. Die Dame an der Information erzählt uns etwas vom Schwimmbad, das wir aber erst einmal vergeblich suchen. Wir fragen in den verschiedensten Läden nach und endlich finden wir das Schwimmbad, in dem es einen Raum mit einigen Computern gibt und wir im Internet nach den Wasserständen forschen dürfen. Es sieht nicht so gut aus. Der Wetterbericht zeigt für Polen aber einige Regenschauer für das Wochenende. Darauf hoffen wir:

Regen. Jedenfalls merken wir uns, dass es Hotels an diesem Platz gibt, die auch Restaurants haben. Da sollten wir doch einmal hingehen. Zurück an der Schleuse, gehen Klaus, Ernst und ich noch einmal los, um den Leiter des Wasserstraßenamtes zu suchen. Das misslingt, da die Straße „Kramska“, wo sich das Amt befinden soll, leider nicht an der Stelle zu finden ist, an der sie im Plan eingezeichnet ist. Also zurück. Der Schleusenwärter will uns am nächsten Morgen zeigen, wo wir uns Auskunft einholen können. Die Straße Kramska ist inzwischen nach dem Pabst benannt worden, so dass wir natürlich vergeblich suchen können. Jeder Ort in Polen hat jetzt eine Straße oder einen Platz mit dem Namen des verstorbenen polnischen Pabstes. Nun machen wir uns auf, um doch einmal nett essen zu gehen. Das klappt auch, internationale Küche, sogar eine Speisekarte mit deutschen Untertiteln. Hurra!

Konin – Patnowskiesee

Mittwoch, 20.06.07

Der Leiter des Wasserstraßenamtes ist doch nicht für die Warta bis Posen zuständig. Aber er druckt eine Tabelle mit den neuesten Angaben aus. Danach können wir uns eigentlich mal auf den Weg machen, denn der Wasserstand ist mit 100 cm angegeben. Also ziehen wir los, auch Christian, der eigentlich zurück nach Bromberg wollte, kommt mit. Schon an den ersten Tonnen rutschen wir über Sand. So geht es dann noch ein paar Mal. Bald aber sind wir an der Brücke, die zur Altstadt führt, und danach sitzt zunächst Ernst mit der Acadia fest. Die Strömung ist ziemlich heftig und am Ufer gibt es Steinbuhnen. Fröhliche Runde auf der LadyWir rutschen auch auf Sand, kommen aber frei, doch Christian versucht vorbei zu kommen, um Ernst zu helfen, sitzt dann in Ufernähe auf Steinen und kann sich nicht befreien. Acadia wird von der Sandbuhne gespült. Andante und Acadia kämpfen gegen die Strömung und können nichts für die Lady tun. Wir fahren deshalb mit sehr schlechtem Gewissen zurück zur Schleuse und lassen den armen Christian allein. Von hier aus wollen die Männer mit Gummistiefeln und langen Leinen bewaffnet mit der Taxe zu Christian fahren. Wir versuchen, mit ihm zu telefonieren, aber er hat sein Handy ausgestellt. Als die Männer sich gerade auf den Weg machen wollen, rufe ich noch einmal mit dem Walkie Talkie nach ihm und siehe da, er meldet sich und flucht ganz fürchterlich. Gott sei Dank, er ist frei gekommen und schon ganz in unserer Nähe. Nach einer kurzen Bedenkpause lassen wir uns schleusen und düsen mit ausreichend Wasser unter dem Kiel in die Seen. Wir legen an einem Schwimmsteg an und genießen erst einmal ein Bad im See. Da es dort ein Hotel gibt, nimmt Christian sich ein Zimmer, um endlich einmal ruhig zu schlafen, zu duschen und in den Fernseher zu schauen. Das kann man verstehen, denn sein Schiff, eine alte Hamburger Hafenbarkasse, ist doch recht schlicht ausgestattet. Recht früh verschwinden wir alle ins Bett, denn es war ein aufregender, anstrengender Tag.

Patnowskiesee – Kruszwica

Donnerstag, 21.06.07

PatnowskieseeKlausis Geburtstag! Ich habe weder Blumen noch ein Geschenk, stecke aber eine Geburtstagskerze in einen Apfel, mangels Torte. Es rufen ganz viele Freunde, Kollegen und natürlich Olli und Tanja den Tag über an. Wir machen uns gegen 11 Uhr auf den Weg in den Goplo-See, zum Yachthafen am Mäuseturm. Zwei Schleusen sind zu durchfahren. Als wir an der ersten ankommen, wird diese gerade repariert. Na, das kann ja dauern und unsere Gedanken, jedenfalls die meinigen, werden trübe. Doch oh Wunder, nach ca. 30 Minuten werden die Tore geöffnet. Ein Kanal und eine weitere Schleuse und wir sehen den schönen Goplo-See. Die Andante muss mal wieder etwas ausgefahren werden, außerdem hoffen wir, dass der Geschwindigkeitsmesser und auch der Tiefenmesser sich wieder erholen. Aber nichts da. Wir sind nicht begeistert. Dann erreichen wir als erste den Hafen und freuen uns, dass die Stege nicht belegt sind, womit wir natürlich auch gerechnet hatten. AcadiaNachdem es vormittags ziemlich schwül war, ziehen jetzt hinter uns graue Wolken auf. Sollte es doch regnen? Klaus’ Geburtstag wird noch mit einem kleinen Drink begossen, dann gehen wir in den Ort, um in einer Pizzeria zu essen und noch ein paar Dinge für die Pantry einzukaufen. Nun fängt es tatsächlich an zu regnen, allerdings nicht sehr stark. Nochmals sitzen wir auf der Andante bei einem weiteren Geburtstagsschluck. Es tröpfelt! Hoffentlich wird es mehr, damit die Flüsse nicht weiter austrocknen. Wir haben alle langsam Sehnsucht nach zu Hause. Die Leute in dem Hafen von Kruszwica sind sehr hilfsbereit und versprechen Ernst und Gisela, am nächsten Morgen die Gasflasche auffüllen zu lassen. Wir haben noch etwas in unserer Flasche und noch eine Reserve von 5 Kilo. Das dürfte reichen und wir hoffen noch immer, dass wir ja am 4. 7. zu Hause sind.

Kruszwica – Pacosz

Freitag, 22.06.07

Nachts hat es tatsächlich geregnet, wie stark das nun Flüsse gefüllt haben könnte, ist uns nicht klar. Gegen Morgen kommt allerdings ein ziemlicher Wind auf und es ist natürlich recht kühl geworden. Nun warten wir auf die Gasflasche, füllen die Wassertanks auf, müssen noch das Stromkabel kappen und dann kann es losgehen. Mal sehen, wie weit wir kommen. Evolution des ImpellersDie Gasflasche jedenfalls kommt um 11.45. Da dachten wir schon, dass wir vielleicht heute einen schönen Ruhetag einlegen sollten. Aber Johns wollen weiter, was wohl auch vernünftig ist. Um 12 Uhr ist Start. Der Wasserstand ist nicht besonders günstig und nach der Durchfahrung eines ziemlich flachen Sees qualmt unser Auspuff, die Motortemperatur steigt, der bewusste Warnton ertönt. Klaus macht den Motor aus und reinigt den Wasserfilter. Dann befühlt er den Impeller und sagt, der ist ziemlich warm. Aha, Ernst kommt zurück gefahren und vermutet gleich: Impeller kaputt. Wir legen uns ins Schilf und Ernst und Klaus verschwinden im Motorraum. Und tatsächlich, es stellt sich heraus, dass der Impeller den Geist aufgegeben hat. Wir haben zum Glück einen in Reserve dabei. So arbeiten die beiden Männer mit Hingabe im Motorraum. Nach einiger Zeit sind sie fertig, es soll weitergehen, aber der Auspuffschlauch hat sich durch die Überhitzung verformt und ist somit an der Anschlussstelle undicht. Wasser strömt herein. Ernst umwickelt das Rohr mit Tape und nun kann es weitergehen. Andante und LadyEs ist allerdings schon spät geworden, aber wir fahren bis zur Schleuse Pacosz, legen dort an und übernachten hier. Der Ort ist nicht sonderlich attraktiv, aber Gisela, Ernst und ich machen einen Stadtbummel, Klaus will den Motorraum trocken legen und Ordnung schaffen. Christian bleibt an Bord und meint, er könnte die Boote bewachen. Leider kommen einige junge Halbstarke, denen man eigentlich zutraut, dass sie auch ein bisschen Unsinnn im Sinn haben. So ist es angebracht, aufzupassen und die Schiffe nicht allein zu lassen. Der Ort bietet relativ wenig. Um den Marktplatz herum stehen einige schöne alte Häuser, die aber nur teilweise und manchmal nicht sehr schön restauriert sind. Die Kirche hat einen separat stehenden Glockenturm. Im Polo-Supermarkt erstehe ich noch ein Brot und dann gehen wir zurück. Klaus hat seine Arbeit vollendet und ist rechtschaffend müde.

Schleuse Pakosz – Labiszyn

Sonnabend, 23.06.07

Um 9 Uhr starten wir. Die Schleusung ist ganz einfach, es geht bergab. Dann fahren wir vorsichtig und nicht schnell durch die Kanäle und Seen. Es ist eine schöne Landschaft. Wir stören die Fischer am Ufer und die Schwäne, die ihre Jungen verteidigen müssen. Alle sind erstaunt über den Andrang von drei Schiffen hintereinander. Die Schwäne sind verstört über diese Invasion. Alles EntengrützeWir freuen uns, dass wir so gut und problemlos vorankommen und landen um 13.30 Uhr an der Schleuse 2 Labiszyn. Wir hupen, doch der Schleusenwärter bewegt sich nicht. Christian meint dann, er wolle hier bleiben. Morgen wäre schließlich Sonntag und da würde er angeln wollen. Wir anderen sind erstaunt, weil wir schnell weiter wollen. Der Aufenthalt passt uns nicht so recht. Wir beschließen, dem Schleusenwärter zu sagen, dass er uns doch bitte schleusen möge. Ernst verhandelt, doch der Stadtkanal hat zu wenig Wasser, dort kommen wir nicht durch. Aber der Schleusenwärter würde mit dem Wasserschutzamt Bromberg telefonieren, dann könnte er uns eine Welle von 20 cm schicken, mit der wir durch den Stadtkanal, der ohnehin sehr verdreckt und eklig ist, fahren können. Wir müssen aber 2 Stunden bis zur Schleusung warten. Also sitzen wir hier, ich eigentlich schon ziemlich genervt. Ich bekomme Sehnsucht nach zu Hause! Es passiert natürlich nichts, die zwei Stunden sind lange vorbei. So ist das eben in Polen. Wir richten uns also auf einen längeren Aufenthalt ein. D. h. bis morgen oder so ähnlich. Wir verlegen uns, denn die Männer haben irgendwo eine dubiose Elektroleitung laufen sehen und sind davon überzeugt, dass da auch Strom herauskommt. Mir als ehemalige Sicherheitsbeauftragte erscheint das alles sehr fragwürdig, aber es funktioniert. Wenigstens etwas! Unsere Dusche liefert heißes Wasser.