MS Andante


Woche 2: 08.09. bis 14.09.

Sonnabend, 08.09.2001

Es stürmt und regnet immer noch, aber für einen Stadtbummel kann man sich ja regenfest anziehen. Die Vorräte müssen nun doch ein wenig aufgebessert werden. Wir bestellen uns einen Tisch im “Reusenhus” für den Abend und freuen uns auf das Fleisch vom heißen Stein. Es ist vorzüglich und macht Spaß. Klaus und ich gehen zum Schiff, weil wir uns mit einem jungen Paar, das mit zwei kleinen Kindern auf einem Charterschiff unterwegs ist, verabredet haben, um noch ein wenig Erfahrungen auszutauschen.

Sonntag, 09.09.2001

Es stürmt und regnet noch immer ziemlich heftig. Tina will unbedingt weiterfahren. So verlassen wir den sicheren Hafen und fahren über den Kölpinsee und den Fleesensee bis kurz vor den Plauer See zum Lenzer Hafen. Kölpinsee und Fleesensee empfangen uns mit einem starken Wellengang, aber die Andante hält sich tapfer. Wir sind total nass und uns ist kalt. So müssen wir uns vor dem Abendessen erst einmal umziehen und aufwärmen.

Montag, 10.09.2001

Nach einer Krisensitzung beschließen wir wegen des schlechten Wetters, hier noch eine weitere Nacht zu bleiben. Aber Bewegung muss sein und so machen wir uns auf den Weg nach Malchow. Es geht 5 km durch den Wald. Malchow ist ein sehr schönes Städtchen. Wir sitzen natürlich an der Drehbrücke, die wir gestern passiert haben und auch unsere Münzen für den Erhalt des technischen Denkmals in den Klingelbeutel geworfen haben. Die Rückfahrt bewältigen wir mit dem Taxi und gönnen uns ein abendliches Mahl im Lenzer Krug, von wo man sich den stürmischen Plauer See ansehen kann.

Dienstag, 11.09.2001

Wir nehmen uns vor, bis Lübz zu fahren, denn die Männer wollen dort unbedingt ein frisch gezapftes Lübzer Pils trinken. Der Himmel ist noch immer grau, der Regen fällt leicht. Aber langsam beginnen sich die Wolken zu lichten. Eine Fahrt durch herrliche Landschaft über die Seen und dann in den Kanal beginnt. Vier Schleusen erwarten uns bis Lübz: Abfahrt 10.15 Lenzer Hafen, Ankunft ca. 15.30 in Lübz. Wir fahren in die kleine Marina gleich hinter der Schleuse ein. Kurz nachdem wir festgemacht haben, ruft Dieter uns zu sich, und wir sitzen vor dem Fernsehgerät: Wir können nicht glauben, was dort berichtet wird! Die Terroranschläge in New York und Washington halten uns davon ab, in Lübz fröhlich Bier zu trinken.

Mittwoch, 12.09.2001

Endlich mal wieder herrliches Wetter am Morgen, wir können das Frühstück sogar im Freien einnehmen. Immer noch geschockt von den Anschlägen in den USA, fahren wir um 10.30 Uhr zurück Richtung Plauer See. Wieder erwarten uns die 4 Schleusen. Die Schleuse Bolzin hat 7 m Hub. Die Schleusenwärterin verwechselt die Knöpfe und schleust mit Höchstgeschwindigkeit. Das Wasser schießt wie Fontänen an der Mauer hoch, überspült das Deck und meine Hose. Klaus schreit mir gerade zu, dass er das Ende nicht mehr halten kann, d. h. wir werden mit ziemlichem Druck in das Schleusenstor knallen. Offenbar hat die Schleusenwärterin im letzten Moment mitgekriegt, dass da etwas nicht stimmt, und stoppt den Vorgang, so dass wir in letzter Minute wieder alles festlegen können. Das ging ja gerade noch mal gut! Hier hätte unsere Urlaubsfahrt zu Ende sein können. Wir finden einen herrlichen Ankerplatz im Jabelschen See. Der Zugang zu diesem See ist ganz schmal und auch nicht sehr tief, aber es tut sich ein wunderschönes Fleckchen Erde (eher Wasser) vor uns auf. Um 18.15 sind die Anker gefallen, und wir können den Sonnenuntergang genießen. Tina und ich fertigen gemeinsam einen schönen Auflauf, um 23 Uhr liegen wir schon müde im Bett.

Donnerstag, 13.09.2001

Oh je, heute regnet es schon wieder. Gegen 12 Uhr lässt der Regen nach und wir starten. Auf der Müritz empfängt uns ein heftiger Wind. Die Sicht ist durch die Gischt auch ziemlich schlecht und wir freuen uns, dass wir durch das Fernglas dann letztendlich die richtige Ausfahrt erspähen. Die “Andante” meistert die Wellenberge aber mit Bravour. Im Zotzensee gehen wir vor Anker.

Freitag, 14.09.2001

Um 11 Uhr geht es in Richtung Rheinsberg, zwei Schleusen werden ohne größere Wartezeiten bewältigt. Wir passieren die Marina Wolfsbruch und legen am Stadthafen in Rheinsberg an, dessen sanitäre Anlagen noch sehr dürftig sind. Nach einem Spaziergang durch den schönen Schlossgarten und die Stadt finden wir uns um 19.45 Uhr im Hotel/Restaurant Seehof zum wohlverdienten Abendessen ein.