MS Andante

Ein kleiner Urlaub 13.08. – 21.08.

Am 13. August konnten wir uns endlich wieder auf die “Andante” begeben, um eine kleine Tour zu machen. Wir bereiteten alles für eine schöne Woche vor. Gegen Abend kamen Susanne und Oliver in Werder angeradelt, und nach einem netten Abendessen ging es ins Bett. Morgens machten wir uns dann nicht zu spät Richtung Pritzerbe auf den Weg. Vor der Schleuse Brandenburg lagen einige Sportboote, so dass wir kringeln mussten, weil es keine Anlegemöglichkeit gab. Dann ging es durch Brandenburg. Langsam steuerten wir den Hafen von Pritzerbe an und der Hafenmeister kam freundlich winkend angerannt, um uns einen freien Platz zuzuweisen und die Enden entgegen zu nehmen. Er war froh, neue Gäste zu haben. Dann kam noch ein netter Mensch auf uns zu und sagte, dass er zwei Stände weiter mit einer “Polaris” läge. Stimmt, nur war es die größere Version, Baujahr 2002. Nach einem Spaziergang durch den Ort bei schönem Wetter, nicht zu warm, aber sonnig und trocken, bereitete ich das Abendessen vor. Auf allgemeinen Wunsch gab es Raclette. Wir konnten aber nicht an Deck essen, da es ziemlich windig war und die Kerzen unter dem Campingraclette-Gerät schnell ausgepustet wurden. Aber die Andante ist ja auch unter Deck sehr gemütlich, so dass es ein schöner Abend wurde.

Wir wollten dann am Montag gern bis Havelberg fahren, weil Oliver und Susanne eine Radtour auf dem Elberadweg ins Auge gefasst hatten. Der Hafenmeister meinte, dass es zu weit wäre und wir,  schon wegen der Schleusen, heute nicht bis dorthin kommen würden. Er kannte Olivers Ehrgeiz nicht. Die Schleuse Bahnitz war schnell genommen. Bald waren wir in Rathenow. Auch diese Schleuse öffnete ihre Tore und wir konnten weiter. Den Hohennauener See ließen wir links, äh rechts, liegen und kamen auch ungehindert durch die Automatik-Schleuse Grütz. Nun noch die Schleuse Garz,  und schon schlängelten wir uns weiter Richtung Havelberg. Susanne und Oliver hatten sich auf eine kleine Ruhepause in die Koje begeben. Und plötzlich sahen Klaus und ich den St. Marien Dom von Havelberg majestätisch grüßen. Geschafft! Im Winterhafen (heißt nur so, von Winter keine Spur) erwischten wir einen schönen Liegeplatz. Immerhin hatten wir ca. 66 km zurückgelegt und vier Schleusen durchfahren. Die “Andante” hatte nicht gemuckert und uns gut befördert. Gleich ging es durch die malerische Altstadt mit den alten Bürgerhäusern. Im Ratskeller, den wir ansteuerten, gab es heute am Montag kein Abendessen. So landeten wir beim Griechen “Akropolis”.

Susanne und Oliver machten sich am nächsten Tag gleich mit ihren Rädern auf, um den Elberadweg zu befahren. Das Wetter war angenehm  und lockte Klaus und mich zu einem Spaziergang über die Spülinsel und durch die Altstadt. Vom Dom aus suchten wir dann den Supermarkt auf, um die Vorräte aufzufrischen, was inzwischen dringend notwendig war. Auch am Mittwoch gab es eine Radtour und für Klaus und mich einen geruhsamen Nachmittag mit einigen  Gesprächen mit den Nachbarn. Abends kam Oliver mit dem Vorschlag, doch am nächsten Tag über die Elbe nach Tangermünde zu fahren. Ich willigte ein, informierte mich aber noch bei einem Havelberger Bootsfahrer über die Wasserstände. Sollte reichen! Aufmerksam fahren muss man schon, denn man darf die Seil-Fähren nicht außer acht lassen und gut auf die Betonnung achten. Nachts kamen mir während einer schlaflosen Stunde doch noch Bedenken, wie das immer so ist. Aber morgens im Sonnenlicht war alles vergessen. So gingen wir die ca. 34 km gegen die Fließrichtung nach dem Frühstück erwartungsvoll an. Wir konzentrierten uns auf die Betonnung und so schafften wir die Tour in ca. 5 1/2 Stunden. Im Hafen fanden wir gleich ein freies Plätzchen. Der Hafenmeister informierte uns ausführlich über die Stadt und die Gepflogenheiten. Susanne hatte festgestellt, dass ihre Hose den Geist aufgegeben hatte und ging mit Oliver zusammen shoppen. Wir besichtigten die ehemalige Hansestadt Tangermünde. Die gut erhaltene mittelalterliche Stadtbefestigung mit Stadtmauer, Stadttoren und Wehrtürmen, dem schönen Rathaus lädt zum Verweilen ein. Man hat einen schönen Blick über die Elbe und die die Stadt umgebende Landschaft. Nette Restaurants bieten sich zum Verweilen an. Am Freitag Vormittag  verließen  wir den Hafen und setzten den Weg fort bis zum Pareyer Verbindungskanal. Die Schleuse voraus öffnete ihre Tore relativ schnell und siehe da, man konnte gleich wieder ausfahren,  denn das andere Tor stand offen, weil die Wasserstände sich angenähert hatten.  Weiter ging es bis Brandenburg, wo wir im Slawendorf keinen Platz mehr fanden, dann aber am Salzhof anlegen konnten. Ein Einkaufsbummel, um nochmals die Vorräte aufzufrischen, war nötig.

Am Sonnabend sollte es zum Beetzsee gehen, um ins Wasser springen zu können und endlich eine schöne Runde zu schwimmen. Frische Brötchen zum Frühstück wurden besorgt, alles im Schiffsinnern geordnet. Da stellten wir fest, dass die Gasflasche leider leer war. So fragten wir nach einer Stelle, die die Flasche auffüllen würde. Leider gab es so etwas nicht in der Nähe. Man sagte uns, wir sollten zu einer Tankstelle fahren, um dort eine neue Flasche zu besorgen, was wir dann auch taten, denn der Kühlschrank benötigte Gas und der Morgenkaffee ist ja auch ganz schön. Bei den sommerlichen Temperaturen war es besser, gut gerüstet zu sein. So zog sich die Abfahrt etwas hinaus, was der Hafenwart dann auch gleich bemängelte und nachkassierte. Er hatte kein Mitleid mit uns. Aber im Beetzsee fanden wir ein schönes Plätzchen zum Ankern. Es gab einen herrlichen Sonnenuntergang und danach kam der Regen mit heftigem Wind. Aber wir hatten ausreichend Kette gegeben, so dass alles im grünen Bereich war. Die meisten Boote hatten vorsichtshalber ihren Platz geräumt und waren in den Hafen gefahren. Der nächste Morgen war wieder sehr schön, doch es kündigte sich ein Gewitter an, so dass wir dann nicht, wie eigentlich geplant, unterwegs noch einmal ankerten, sondern direkt nach Werder zurück fuhren. Dort machten sich Susanne und Oliver recht schnell in Richtung Berlin mit ihren Fahrrädern auf den Weg und das war auch gut so. Als sie zu Hause die Tür hinter sich zuzogen, gab es ein heftiges Gewitter mit dem dazugehörigen Regen und den Böen. Glück gehabt. Klaus und ich packten die Reste an Bord zusammen und fuhren mit dem Auto den Regenwolken hinterher. In Potsdam war es sehr nass, aber wir machten dadurch gleich eine Unterbodenwäsche an unserem Auto und landeten wohlbehalten nach einer sehr schönen Woche zu Hause.

Es hat wieder Spaß gemacht und die schöne Natur in Brandenburg und Sachsen-Anhalt ist immer wieder sehenswert. Auf der Andante war es wieder einmal sehr gemütlich!

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